ARTAN QELAJ
FÜR INVESTOREN

Der neue Exit Realismus: Warum Secondaries die spannendste PE und VC Entwicklung werden

Wer sich an die Zeit erinnert, in der fast jedes Start up vom Börsengang träumte, sieht heute eine andere Realität. Exits sind weiterhin möglich, aber sie sehen anders aus. Der klassische IPO ist seltener, strategische Verkäufe sind selektiver, und viele Unternehmen bleiben länger privat. Genau daraus entsteht eine Exit Form, die 2026 besonders spannend ist: Secondaries.

Secondaries bedeuten, dass Anteile nicht nur beim finalen Exit verkauft werden, sondern zwischendurch. Frühinvestoren, Mitarbeiter oder kleinere Gesellschafter können Liquidität erhalten, während das Unternehmen weiter wächst. Das verändert die Dynamik der Private Markets. Es schafft Flexibilität in einem Markt, der traditionell illiquide ist.

Für Venture Capital ist das ein Gamechanger. Denn viele Fonds leben von Exits, müssen aber gleichzeitig mit längeren Haltedauern umgehen. Wenn ein Teilverkauf möglich wird, entsteht ein neuer Mechanismus. Risiko kann reduziert werden, ohne das Wachstum zu bremsen. Gleichzeitig bleiben die besten Unternehmen im privaten Markt, bis sie wirklich reif sind.

Auch für Private Equity ist das spannend. Secondaries schaffen neue Einstiegsgelegenheiten. Ein Unternehmen kann bereits bewiesen haben, dass es funktioniert, und dennoch in einer Phase sein, in der weiteres Wachstum möglich ist. Für Investoren ist das oft attraktiver als frühe Wetten ohne Daten.

Für Gründer hat das ebenfalls Vorteile. Secondaries können Druck herausnehmen. Wer Jahre lang aufgebaut hat, kann einen Teil des Erfolgs realisieren, ohne sofort verkaufen zu müssen. Das stabilisiert Teams und reduziert das Risiko, dass Entscheidungen aus persönlichem Liquiditätsdruck heraus getroffen werden.

Natürlich braucht es dafür Struktur. Cap Tables müssen sauber sein, Governance muss funktionieren, und die Bewertung muss nachvollziehbar bleiben. Secondaries funktionieren nicht in chaotischen Unternehmen. Genau deshalb werden sie 2026 auch ein Qualitätsmerkmal. Wer Secondary fähig ist, zeigt Reife.

Secondaries sind damit keine Notlösung, sondern ein Reifungszeichen des Marktes. Sie machen Private Equity und Venture Capital moderner, flexibler und realistischer. Und genau deshalb werden sie in Europa und in der Schweiz zu einem der wichtigsten Themen der nächsten Jahre.

Artan Qelaj ist Private-Equity-Unternehmer mit eigenem Unternehmen in Zürich. Durch sein ausgezeichnetes Netzwerk bringt er Investoren mit prosperierenden Unternehmen zusammen, die Kapitalbedarf haben sowie Wachstum und Profitabilität versprechen. Qelaj ist ein versierter Private-Equity-Fachmann mit jahrelanger Berufserfahrung.

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